Züchter Dirk van Bargen. Foto: Uwe Hegewald/uhd1Foto: Uwe Hegewald/uhd1
Bereits als Sechsjähriger war Dirk von Bargen von der Spezies Vogel angetan. Brieftauben lösten bei ihm Bewunderung aus, ihre Navigationsfähigkeit, Einsatzvielfalt und Schnelligkeit weckten sein Interesse. Möglicherweise hätte es der Werchower zu einem erfolgreichen Brieftaubenzüchter gebracht, wären da nicht die Greifvögel gewesen, die als natürliche Feinde noch eleganter und schneller unterwegs waren.Vier Jahrzehnte später ist Dirk von Bargen einer von 17 organisierten Falknern im Land Brandenburg. »Es ist ein langer finanzieller Weg, der zudem sehr viel Zeit einfordert«, blickt der 46-Jährige zurück. Die in den 1990er-Jahren absolvierte Falknerprüfung und ein Jagdschein mündeten in den Vorsatz, noch mehr Kraft in das Hobby zu investieren. Mit seinen Jagdvögeln ist er landesweit unterwegs, unterhält das Publikum auf Stadt-, Vereins- oder Familienfesten.Kaiserwetter begleitete jetzt das jüngste Heimspiel der Könige der Lüfte. Dirk von Bargen und Lebensgefährtin Tracie Braschosz öffneten den Adler und Jagdfalkenhof Calauer Schweiz, auf dem bis zu 30 Greifvögel leben. »Hierbei handelt es sich ausschließlich um reine Zuchttiere. Kein Vogel ist der Natur entrissen worden«, versichert von Bargen und erklärt das Phänomen, warum die Tiere immer wieder auf den Handschuh der Falkner zurückehren: »Wir binden die Vögel an uns, indem wir ihnen immer wieder die Freiheit geben.« Es empfiehlt sich, Flugshows etwa eine halbe Stunde vor Beginn zu besuchen. Eine gepflegte Anlage mit gehobenem Tierparkcharakter (es gibt auch Hühner, Katzen, freilaufende Kaninchen und Wildenten zu entdecken) lassen die Zeit im Fluge vergehen. Über die Köpfe der Zuschauer gleitende Adler, Eulen und Falken lassen das Erlebnis Greifvögel hautnah werden.Die sich daraus ergebenen Fragen beantwortet der Werchower Falkner mit Detailwissen. Im Schatten des Spreewaldes und Seenlandes leben wir in einer Tourismusregion, die durch unseren Adler und Jagdfalkenhof Bereicherung findet, sagt Falknerin Tracie.Am kommenden Sonntag, 24. Oktober (Einlass 14 Uhr) öffnet der Hof unweit der Dorfaue ein zweites Mal. Dann auch wieder mit dem ausgebüchsten Sakerfalken. Das mit Peilsender bestückte Tier hatte sich zuletzt unter Wehklagen des Publikums von der Vorführung davongestohlen und sich bis zum späten Nachmittag sprichwörtlich einen Ausflug gegönnt.